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Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder auch auf die Vergangenheit gemünzt sein. Spitz ist eine Aussage dann, wenn sie sticht, der betreffenden Person oder Personengruppe wehtut, spitze, wenn sie ausgezeichnet formuliert ist und im Idealfall zudem die Wahrheit abbildet. Fi/ündig, wenn der beschriebene Umstand nicht ganz offensichtlich, also erst zu ergründen ist. Und -keit lässt auf unterschiedliche menschliche Eigenheiten/-schaften schließen, wie beispielsweise Eitelkeit, Heiterkeit, Überheblichkeit oder, oder. Alles zusammengenommen eine echte Spitzfindigkeit. In unserer Kolumne ‚Spitz-findig-keit‘ zitieren wir in lockerer Folge jeweils zwei oder drei Aussagen und verschonen dabei auch nicht klassische Denkerinnen und Denker.
Um Denkanstöße zu geben, die Freude am Formulieren zu wecken – nichtzuletzt auch um dem Humor in unserer doch etwas trostloseren Zeit wieder mehr Geltung zu verschaffen. Erhöht das Wohlbefinden. Packen wir es an! Ich sage nicht, wir schaffen das. Aber wir probieren es auf jeden Fall!

Vorbemerkung
Es gibt nach Immanuel Kant auch eine falsche Spitzfindigkeit, die wir uns hier allerdings nicht zu eigen machen wollen. Wer dem dennoch nachgehen möchte – Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren – kann dies hier gerne tun.
Heute knüpfen wir dafür lieber an die letzte Spitzfindigkeit – #252 – an. Wir stellen den beiden Koryphäen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle ihre britische Variante zur Seite. Und rufen, nachdem uns die NZZ den Teppich dafür ausgerollt hat, noch einmal das umfängliche Angebot der Preppo GmbH zur besseren Resilienz ins kollektive Gedächtnis.
1. Spitz-findig-keit
Im „Buch der Tagebücher“ macht sich Harold Nicolson in London, heute vor genau 81 Jahren, Gedanken über Winston Churchills Führungspersönlichkeit (S. 39; zur Person S. 648 – bereits in der #208 vorgestellt).
„Winston [Churchill] eröffnet eine große Debatte über die Kriegslage. Er beginnt mit dem Hinweis, daß er erkältet sei, aber ich habe ihn noch nie in besserer Verfassung gesehen. Zur Frage der bedingungslosen Kapitulation sagt er, daß damit nicht die Vernichtung des deutschen Volkes gemeint sei. Dabei setzt er seine Brille ab, wendet sich an das Haus und schlägt wie ein Orang-Utan mit der Hand auf die Brust. ‚Wir‘, ruft er, ‚werden unseren Gepflogenheiten und unserem Naturell treu bleiben.'“
2. Spitz-findig-keit
In „Der andere Blick am Morgen“ vom 13.1.2026 kommentiert Florian Eder, Chefredakteur NZZ Deutschland, den aktuellen Berliner Blackout:
„Je deutlicher die Grenzen staatlicher Schutzfähigkeit werden, desto klarer wird eine Einsicht, die lange als altmodisch – oder als ‚rechts‘ – abgetan wurde. Resilienz lässt sich nicht delegieren. Der Staat kann koordinieren und eingreifen, aber nicht alles absichern. Vorsorge im Alltag ist entscheidend, das zeigte der Vorfall. Wer für ein paar Tage ohne Strom und Heizung vorbereitet war, blieb handlungsfähig. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung. Das ist keine Abkehr von Solidarität, sondern ihr Gegenteil. Gesellschaften, die mit Störungen rechnen, reagieren gelassener. Wer auf permanente Vollversorgung vertraut, gerät schneller in Panik. Weckrufe hat Deutschland viele gehört – vielleicht zu viele, um noch aufzuschrecken. Doch dieser Stromausfall hat eine Illusion zerstört: die Illusion, man lebe noch in ruhigen Zeiten. Das Blackout war kein Ausnahmefall. Es war eine Vorwarnung. Und die Aufforderung, so zu handeln, als wüssten wir das.“
3. Spitz-findig-keit
Die Wahrscheinlichkeit für einen Blackout ist gestiegen, die Bedrohung zweifelsohne real. Wer sich noch nicht auf einen solchen Fall vorbereitet hat, für den ist es nun höchste Zeit, sich ein Mindestmaß an Handlungsfähigkeit zu sichern. Den Grundstein dafür zu legen ist nicht schwer. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt sich mindestens für einen Zeitraum von zwei Wochen zu wappnen um stromlos über die Runden zu kommen. Beginnen sollte man mit dem Anlegen eines Wasservorrats. Mindestens 2 Liter pro Tag und Person, gelagert in Flaschen oder Kanistern sollten es sein. Ergänzt durch Rettungsdecken zum Wärmeerhalt und einen Notvorrat an Lebensmitteln, einem batteriebetrieben Radio, Taschenlampen und Teelichtern sowie Hygieneartikeln wie Toilettenpapier.
Krisenvorsorge als wichtiges Handlungsfeld
Unser Handlungsfeld Krisenvorsorge bietet eine umfängliche Produktliste und ein interaktives Tool zur Einschätzung des persönlichen Vorsorgegrades an. Auf unserem Blog haben wir zudem vor fünf Jahren in „Blackout ante portas“ vorkommende Stromausfälle beschrieben sowie einen Stromgenerator getestet. Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte, beachte den Beitrag „Blackout real – Teil I: Was passiert im Fall eines großräumigen Stromausfalls“ und „Teil II: Vorbereitung auf großräumigen Stromausfall“ vom Januar 2020. Weitere Anhaltspunkte über nützliche Dinge zur Krisenvorsorge mit entsprechenden Mengenempfehlungen und Checklisten bietet die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des BBK, die hier herunterzuladen ist und in jeden Haushalt gehört.
#PreppoKompakt
Aktiv werden, die Sache selbst in die Hand nehmen – lautet die Devise zur Vorbereitung auf die Krise!


