Spitz-findig-keit

Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder auch auf die Vergangenheit gemünzt sein. Spitz ist eine Aussage dann, wenn sie sticht, der betreffenden Person oder Personengruppe wehtut, spitze, wenn sie ausgezeichnet formuliert ist und im Idealfall zudem die Wahrheit abbildet. Fi/ündig, wenn der beschriebene Umstand nicht ganz offensichtlich, also erst zu ergründen ist. Und -keit lässt auf unterschiedliche menschliche Eigenheiten/-schaften schließen, wie beispielsweise Eitelkeit, Heiterkeit, Überheblichkeit oder, oder. Alles zusammengenommen eine echte Spitzfindigkeit. In unserer neuen Kolumne ‚Spitz-findig-keit‘ werden wir in lockerer Folge jeweils zwei oder drei Aussagen zitieren, dabei auch klassische Denkerinnen und Denker nicht verschonen.

Um Denkanstösse zu geben, die Freude am Formulieren zu wecken – nichtzuletzt auch um dem Humor in unserer doch etwas trostloseren Zeit wieder mehr Geltung zu verschaffen. Erhöht das Wohlbefinden. Packen wir es an! Ich sage nicht, wir schaffen das. Aber wir probieren es auf jeden Fall!

Spitzfindigkeiten

Vorbemerkung

Es gibt nach Immanuel Kant auch eine falsche Spitzfindigkeit, die wir uns hier allerdings nicht zu eigen machen wollen. Wer dem dennoch nachgehen möchte – Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren – kann dies hier gerne tun.

1. Spitz-findig-keit

„Vermächtnis“ von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

„Den Sinnen hast du dann zu trauen, Kein Falsches lassen sie dich schauen, Wenn dein Verstand dich wach erhält. Mit frischem Blick bemerke freudig, Und wandle sicher wie geschmeidig Durch Auen reichbegabter Welt.

Genieße mäßig Füll und Segen, Vernunft sei überall zugegen, wo Leben sich des Lebens freut. Dann ist Vergangenheit beständig, Das Künftige voraus lebendig, Der Augenblick ist Ewigkeit.

Und war es endlich dir gelungen, Und bist du vom Gefühl durchdrungen: Was fruchtbar ist, allein ist wahr – Du prüfst das allgemeine Walten, Es wird nach seiner Weise schalten, Geselle dich zur kleinsten Schar.“

Quelle: Goethe, Die schönsten Gedichte, 1989, Edition Albatros, S. 297-298, die vierte bis sechste Strophe von insgesamt sieben (Umbrüche innerhalb der Strophen aus Platzgründen aufgehoben).

2. Spitz-findig-keit

Früher und heute. Von Ottmar Kayser aus dem weltweiten Netz gefischt.

Früher – „heute“, respektive 1996 und 2016: lasst Bilder alleine sprechen (von Ottmar im Netz gefunden und transportiert). 

3. Spitz-findig-keit

Die eigentliche Spaltung in Deutschland verläuft zwischen dem grün-urbanen Bürgertum und denen, die, wie der französische Autor Christophe Guilly schreibt, sich weniger Gedanken über das Ende der Welt machen, sondern über das Ende des Monats. Nicht die Gehaltsdifferenzen und die unterschiedlichen Lebenswelten sind das Problem, sondern die Unfähigkeit der guten Urbanen, auch nur minimal von sich selbst zu abstrahieren.

Keine Partei verkörpert dieses von sich selbst begeisterte Milieu so sehr wie die Grünen. Ob der Apothekersohn Robert Habeck, ob Katrin Göring Eckardt, Tochter von Tanzlehrern, selbst ohne Studienabschluss, ob die diplomierte Politologin Katharina Schulze, aufgewachsen in Herrsching am Ammersee, oder die Großbürgertochter und FFF-Aktivistin Luisa Neubauer – praktisch niemand aus ihrem Personal stammt aus so genannten kleinen Verhältnissen.“

So Alexander Wendt in „Pauschale Entfernung vom Leben“ auf Tichys Einblick am 24.9.2019. Obwohl Annalena Baerbock in dieser Beschreibung vor eineinhalb Jahren nicht auftaucht – es geht primär um eine Wissenslücke von Herrn Habeck -, erfüllt sie als Tochter einer Sozialpädagogin und eines Maschinenbauingenieurs größtenteils das Cliché. Mit einem Master für Völkerrecht, erworben an der ehrwürdigen London School of Economics, aber vor allem auch durch ihre Teilnahme an Deutschen Meisterschaften im Trampolinspringen – dreimal Dritte bei den Jugendlichen – ist sie große Sprünge gewohnt. Übernimmt sie nun die grüne Kanzlerkandidatur? Morgen wissen wir mehr.

Nachtrag

Mascha Kaléko, in „Die paar leuchtenden Jahre“ (S. 21), dichtet: „Was gestern morgen war, ist heute heute. Was heute heute ist, wird morgen gestern sein. Prägt euch das ein.“ Und für heute – weiß faz-net vom 19.4.2021 – ist sie, Annalena Baerbock, die Nummer eins.

Und hier geht es weiter zu Marc Friedrich.

#PreppoKompakt

Ein wunderbares Plädoyer des Dichterfürsten für Vernunft und Mitte, ein Bild das Bände spricht und eine denkwürdige Milieustudie sollen es für heute gewesen sein.

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Spitzfindigkeiten zuhauf!

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Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder