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Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder auch auf die Vergangenheit gemünzt sein. Spitz ist eine Aussage dann, wenn sie sticht, der betreffenden Person oder Personengruppe wehtut, spitze, wenn sie ausgezeichnet formuliert ist und im Idealfall zudem die Wahrheit abbildet. Fi/ündig, wenn der beschriebene Umstand nicht ganz offensichtlich, also erst zu ergründen ist. Und -keit lässt auf unterschiedliche menschliche Eigenheiten/-schaften schließen, wie beispielsweise Eitelkeit, Heiterkeit, Überheblichkeit oder, oder. Alles zusammengenommen eine echte Spitzfindigkeit. In unserer Kolumne ‚Spitz-findig-keit‘ zitieren wir in lockerer Folge jeweils zwei oder drei Aussagen und verschonen dabei auch nicht klassische Denkerinnen und Denker.
Um Denkanstöße zu geben, die Freude am Formulieren zu wecken – nichtzuletzt auch um dem Humor in unserer doch etwas trostloseren Zeit wieder mehr Geltung zu verschaffen. Erhöht das Wohlbefinden. Packen wir es an! Ich sage nicht, wir schaffen das. Aber wir probieren es auf jeden Fall!

Vorbemerkung
Es gibt nach Immanuel Kant auch eine falsche Spitzfindigkeit, die wir uns hier allerdings nicht zu eigen machen wollen. Wer dem dennoch nachgehen möchte – Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren – kann dies hier gerne tun.
Heute gehen wir es dafür festlich und zugleich ein bißchen tierisch an.
1. Spitz-findig-keit
Der FAZ-Frühdenker – Newsletter für Deutschland – am 2.4.2026: „Das Osterfest ist das wichtigste Fest für Christen in aller Welt – wichtiger noch als Weihnachten. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach dem Tod am Kreuz. Die zentrale Botschaft lautet: Mit dem Tod ist nicht alles zu Ende.“
Und wie kommen die Osterhasen und Ostereier dabei ins Spiel? „Erstmals war im 17. Jahrhundert die Rede vom Osterhasen, der die Eier bringt. Das wurde später vor allem durch die Süßwarenindustrie weiter befördert. Das passende Symboltier ist theologisch gesehen aber eigentlich das Lamm. Jesus wird selbst als das Lamm Gottes bezeichnet.“
Faz-net vom 30.3.2026 (hinter Schranke) hält fest, wie sich heuer der Preis für den Lindt-Osterhasen entwickelt – wir hatten das Goldstück schon in der #159 im Visier, einschließlich der märchenhaften Entstehungsgeschichte. Lag er 2024 noch bei 3,79 € und 2025 schon bei 4,29, so sprang der Preis jetzt auf 4,99 €. Dabei sind die Preisunterschiede erheblich: Marken-Schokohasen kosten „… im Vergleich zu ähnlichen Discounter-Hasen das Zwei bis Dreifache – obwohl der Unterschied bei der teuren Zutat Kakao nur maximal um drei Prozent variiere.“
2. Spitz-findig-keit

Im Bild Reinhard B., der in der Spitzfindigkeit #1 noch mit der Frage „100 oder 60“ versehen war. Hier kommt nach fünf Jahren endlich die Klarstellung: der junge Mann ist jetzt ganze 65 Lenze alt. Aus gegebenem Anlass hat er am letzten Montag sein Wiegenfest mit netten Menschen unterhaltsam und kurzweilig bei leckerem Wienerschnitzel mit Bratkartoffeln und Salat (das hatte ich auf dem Teller) im Gasthof Linde gefeiert.

3. Spitz-findig-keit
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) berichtet am 30.3.2026 über eine „richtig skurril(e)“ Geschichte, die er zuvor aufgedeckt und in seinem diesjährigen Schwarzbuch der Steuerverschwendung veröffentlicht hatte. Das integrierte Video verarbeitet – kurz und schmerzlos – den Vorgang, so dass man sogar darüber schmunzeln kann.
„Alles für den Dackel! Eine hessische Museumsinstitution kaufte für 4.500 Euro einen angeblich kaiserlichen Dackelmantel“. Bei der Institution handelt es sich die landeseigene Hessen Kassel Heritage (HKH) und beim Dackel um den Schoßhund/treuen Begleiter von Kaiser Wilhelm II., der „… 1901 während eines Aufenthalts in Kassel gestorben und im Bergpark beerdigt worden sein …“ soll. An den 1890 geborenen Dackel mit Namen Erdmann erinnert heute noch ein kleines Grabdenkmal (von 2019 bis 2025 gab es zudem den jeweils im September veranstalteten „Großen Dackelspaziergang“ durchs UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe rund ums Schloss – hier ein kurzes YouTube-Video aus 2024).
Zweifelhaft ist jedoch nicht nur der stolze Preis des bei einer Auktion in 2020 erworbenen Dackelmantels, sondern auch seine Herkunft. Die an den Bericht zum Fall angehangenen Kommentare fordern überzeugend eine Gleichbehandlung der Tatbestände von Steuerverschwendung und -hinterziehung, mit den entsprechenden strafrechtlichen Konsequenzen auch für ersteres ein.
Mit der HKH und dem laut Verein Deutsche Sprache (VDS) unnötigen englischen Begriff, d.h. dem schlampigen Umgang mit der Muttersprache, hatten wir uns übrigens schon in der #115 beschäftigt. Dabei ist das Schloss Wilhelmshöhe ein echtes Prunkstück aus dem reichhaltigen „Erbe“ – Hessen Kassel Heritage -, ja ein regelrechter Rausch an Formen und Farben, wie auf der Internetseite locker festgehalten.
#PreppoKompakt
Also allen noch ein schönes und frohes Osterfest, die zentrale Botschaft dazu im Hinterkopf. Das muss sein, gerade auch in solchen Zeiten wie unseren.


