Spitz-findig-keit

Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder auch auf die Vergangenheit gemünzt sein. Spitz ist eine Aussage dann, wenn sie sticht, der betreffenden Person oder Personengruppe wehtut, spitze, wenn sie ausgezeichnet formuliert ist und im Idealfall zudem die Wahrheit abbildet. Fi/ündig, wenn der beschriebene Umstand nicht ganz offensichtlich, also erst zu ergründen ist. Und -keit lässt auf unterschiedliche menschliche Eigenheiten/-schaften schließen, wie beispielsweise Eitelkeit, Heiterkeit, Überheblichkeit oder, oder. Alles zusammengenommen eine echte Spitzfindigkeit. In unserer Kolumne ‚Spitz-findig-keit‘ zitieren wir in lockerer Folge jeweils zwei oder drei Aussagen und verschonen dabei auch nicht klassische Denkerinnen und Denker.

Um Denkanstösse zu geben, die Freude am Formulieren zu wecken – nichtzuletzt auch um dem Humor in unserer doch etwas trostloseren Zeit wieder mehr Geltung zu verschaffen. Erhöht das Wohlbefinden. Packen wir es an! Ich sage nicht, wir schaffen das. Aber wir probieren es auf jeden Fall!

Spitzfindigkeit #23

Vorbemerkung

Es gibt nach Immanuel Kant auch eine falsche Spitzfindigkeit, die wir uns hier allerdings nicht zu eigen machen wollen. Wer dem dennoch nachgehen möchte – Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren – kann dies hier gerne tun.

Musik hat seit Menschengedenken wichtige Funktionen. Sie spricht die Sinne an, bringt Gemeinschaft hervor. Fördert – während sie gesungen, gespielt oder komponiert wird – Virtuosität und ist für viele wichtiger Lebensinhalt, ja sprudelnde Quelle von Lebensfreude. Nicht zu vergessen, auch ein Geschäftszweig mit dem man den Lebensunterhalt bestreiten kann – manchmal mehr, manchmal weniger. Mindestens drei Beispiele – dem subjektiven Geschmack folgend – sollen heute hier vorgestellt werden. Dabei knüpfen wir an die Spitz-findig-keit #8 an, anläßlich der uns “Daniel Hope & Friends on Tour” zu verschiedenen Orten und Lokalitäten, Interpretinnen und Interpreten, Musikstilen und -richtungen geführt hat.

1. Spitz-findig-keit

Auch „Danser encore“ haben wir auf dem Preppo-Blog im April schon ausführlich vorgestellt und besprochen. Seither sind über vier Monate ins Land gezogen. Und genauso wie das Virus sich verbreitet hat, sind auch unzählige Varianten, wenn man will auch Mutanten des Liedes von Kaddour Hadadi und seiner Gruppe, kurz “HK et les Saltimbanks”, entstanden. Es bringt nun seine Landsleute – und darüber hinaus – zum Tanzen und Singen, hieß es im April. Heute kann man ohne Übertreibung sagen, dass es auf der ganzen Welt Anklang gefunden und in trauriger Zeit bei jungen und alten Menschen zu vielerlei Anlässen und Gelegenheiten Trost und Freude gespendet und für Ablenkung und Abwechselung im schwierigen Alltag gesorgt hat.

Auch im Haus lief es viele, viele Male. Wobei die Fassung aus dem französischen La Rochelle vom 21.3.2021 bis zum heutigen Tag unser Renner ist. Das 10minütige Youtube-Video (eingestellt am 22. März) hat fast eine Million Aufrufe und weit überwiegend positive Bewertungen und Kommentare. Was daran so fasziniert, ist die Leichtigkeit und das Spielerische. Zugleich auch das professionelle Können der Akteure und die Art und Weise wie das Publikum mitgeht, genauer mittanzt und -klatscht. Übrigens auch beim Beifall zum Schluss, selbst die Kleinsten sind beeindruckt. So wie das Stück beginnt – „rein zufällig“ findet alles zusammen -, so endet es auch, indem sich die Menge ihres Weges trollt. Ein selbstbewußter junger Mann mit dunkler Kleidung und Sonnenbrille, so scheint es, „schwimmt“ gegen den Strom.

2. Spitz-findig-keit

„The Petersens“, eine typisch US-amerikanische, zudem durch und durch musikalische Familie, stehen – natürlich – auf den Schultern des Vaters sowie – unter anderem – von John Denver und Glen Campbell. Die vier Geschwister Katie, Ellen, Matt und Julianne, Mutter Karen sowie Emmett Franz sind einzeln, wie im Zusammenspiel eine echte Ohren- und Augenweide. Anrührend auch der Stolz in den Blicken der Älteren, wenn die Jüngste singt und Mandoline spielt.

Vor zwei Wochen am 14.8.2021 haben sie ein in Branson, Missouri, aufgenommenes Live-Konzert als Youtube-Video (30 Minuten lang mit vielen Links in den Erläuterungen) veröffentlicht, in dem auch erzählt wird, was die Protagonisten nebenher so alles machen. Ihre Musik, ob gecovert oder selbst komponiert und getextet, ist herzerfrischend, hat enormen Schwung und harmoniert ganz einfach. Sogar Mamma Mia von ABBA haben sie drauf. Auch beeindruckend ist ihr gutes Auge und Gespür für die Inszenierung von Auftritten unter freiem Himmel (siehe die Nummern 52, 61 und 99 auf der über 200 Videos langen „Playlist„). Was die Petersens zudem kennzeichnet, ist ein tief verwurzelter christlicher Glaube.

3. Spitz-findig-keit

Anna Netrebko ist eine russische Sopranistin, die – wo immer und mit wem sie auftritt – das Auditorium begeistert. Ob mit Rolando Villazón bei den Salzburger Festspielen (in „La Traviata“ 2005 auf ARTE verfügbar bis 25.9.2021) und auf der Berliner Waldbühne in 2006. Oder mit Dmitri Hvorostovski auf dem Roten Platz in Moskau am Abend des 9. Juni 2013 (hier anzuhören und zu sehen). Das 1955 ursprünglich als „Leningrader Nächte“ komponierte Lied wurde – so vom Kulturministerium, das es auch in Auftrag gegeben hat, gewünscht – in „Moskauer Nächte“ umbenannt. (In einer deutschen Fassung haben es Alexandra sowie Peter Alexander Ende der 1960er Jahre gesungen).

Dmitri Hvorostovski erlag übrigens am 22. November 2017 einem Krebsleiden. Er wurde nur 55 Jahre alt. Das 7minütige Video vom Roten Platz präsentiert den stimmgewaltigen Bariton im wunderbaren Zusammenspiel mit Anna Netrebko sowie Chor und Orchester. Es zeigt frohgelaunte Menschen in eindrucksvoller Kulisse mit Kreml, Erlöserturm, der Basilius-Kathedrale mit den farbigen Zwiebeltürmen und dem illuminierten Kaufhaus GUM. Ein begeistertes Publikum, das mitsingt und einen langen Applaus spendet, der auch für die ersten Reihen – auf ein Handzeichen (ab 6:00) des charismatischen Dmitri hin – zur „stehenden Ovation“ wird.

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#PreppoKompakt

Ein wirklich unerschöpfliches Reservoir für Freude und Frohsinn. Dabei haben wir das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker oder die „Last Night of the Proms“ in London – aber auch das Wacken-Festival, wer es mag – noch gar nicht angesprochen. Usw. & usf. Musik vom Feinsten! Ein Prädikat verdienen zudem – um Lokalkolorit ins Bild zu bringen – drei Höchststufenorchester, das Kammerorchester, die Eintracht und weitere Gesangs- und Musikvereine, diverse Chöre sowie die Musik- und Kunstschule in meiner Heimatstadt. Gemeinsam stärken sie der Kultur seit vielen, vielen Jahren den Rücken, geben Orientierung und sorgen dafür, dass die Musik lebt und aus der Nähe erlebt werden kann.

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