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Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder auch auf die Vergangenheit gemünzt sein. Spitz ist eine Aussage dann, wenn sie sticht, der betreffenden Person oder Personengruppe wehtut, spitze, wenn sie ausgezeichnet formuliert ist und im Idealfall zudem die Wahrheit abbildet. Fi/ündig, wenn der beschriebene Umstand nicht ganz offensichtlich, also erst zu ergründen ist. Und -keit lässt auf unterschiedliche menschliche Eigenheiten/-schaften schließen, wie beispielsweise Eitelkeit, Heiterkeit, Überheblichkeit oder, oder. Alles zusammengenommen eine echte Spitzfindigkeit. In unserer Kolumne ‚Spitz-findig-keit‘ zitieren wir in lockerer Folge jeweils zwei oder drei Aussagen und verschonen dabei auch nicht klassische Denkerinnen und Denker.
Um Denkanstöße zu geben, die Freude am Formulieren zu wecken – nichtzuletzt auch um dem Humor in unserer doch etwas trostloseren Zeit wieder mehr Geltung zu verschaffen. Erhöht das Wohlbefinden. Packen wir es an! Ich sage nicht, wir schaffen das. Aber wir probieren es auf jeden Fall!

Vorbemerkung
Es gibt nach Immanuel Kant auch eine falsche Spitzfindigkeit, die wir uns hier allerdings nicht zu eigen machen wollen. Wer dem dennoch nachgehen möchte – Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren – kann dies hier gerne tun.
Heute schauen wir dafür lieber, welche Bedeutung der Glauben für unser Tun hat. Und welch wohltuende Wirkung mit dem gemeinsamen Musizieren und Singen einhergeht.
1. Spitz-findig-keit
Buch der Tagebücher mit Eintrag vom 9. August 1942 von Sophie Scholl, Ulm (S. 373-374; zur Person S. 655). Geboren am 9. Mai 1921 in Forchtenberg, hingerichtet am 22. Februar 1943 in München zusammen mit ihrem Bruder Hans. Neben Elser und den Stauffenbergs (siehe #280) war die „Weiße Rose“ eine weitere Gruppe aus dem Süden Deutschlands, die dem herrschenden NS-Regime mutig Widerstand entgegenbrachte. Und dafür mit ihrem jungen Leben bezahlte. Die insgesamt sechs Flugblätter der Weißen Rose sind ein aufrüttelndes Dokument (nachzulesen im Projekt Gutenberg).
Der Traum
„Da muß ich einen seltsamen Traum niederschreiben, einer von jenen wenigen, die nicht von einem so seltsam bedrückenden Gefühl beherrscht sind: Ich ging spazieren, mit Hans [Scholl] und Schurik [Alexander Schmorell]. Ich ging in der Mitte und hatte bei beiden eingehakt. Halb ging ich im Schritt, halb hüpfte ich und ließ mich, von den beiden in die Höhe gehalten, ein Stück schwebend mitziehen. Da fing Hans an: ‚Ich weiß einen ganz einfachen Beweis für die Existenz und das Wirken Gottes auch in der Gegenwart. Die Menschen müssen doch soviel Luft haben zum Atmen und mit der Zeit müßte doch der ganze Himmel verschmutzt sein von dem verbrauchten Atem der Menschen. Aber, um den Menschen diese Nahrung für ihr Blut nicht ausgehen zu lassen, haucht Gott von Zeit zu Zeit einen Mund voll seines Atems in unsere Welt, und der durchsetzt die ganze verbrauchte Luft und erneuert sie. So macht er das:‘ Und da hob Hans sein Gesicht in den trüben, trüben Himmel. Er holte tief Atem und stieß die ganze Luft in seinem Mund heraus. Die Säule seines hervorströmenden Atems war strahlend blau, sie wurde groß und größer und ging weit bis in den Himmel hinein, verdrängte die schmutzigen Wolken, und da war vor und über und um uns der reinste blaueste Himmel. Das war schön.“
In der Beschreibung des Traumes spiegelt sich der gesunde Glauben der 21-jährigen Sophie an Gott. Zugleich stellt sie klar, dass in dieser Zeit Albträume dominierten.
2. Spitz-findig-keit
Den Glauben an Friedrich Merz verlieren immer mehr und Albträume in der CDU nehmen zu. In der NZZ vom 28.7.2026 „Der andere Blick am Abend“ resümierte Susanne Gaschke: „Merz hat es schwerer als Merkel. Die gab beim Regieren zwar ständig und weitgehend kampflos ihren sozialdemokratischen Koalitionsfreunden nach. Aber ihre ‚rechten‘ Kritiker zogen sich daraufhin entweder lautlos in die innere Emigration zurück oder traten deprimiert und schweigsam aus der Partei aus … [um u.a. die AFD zu gründen – JG]. Merz müsste sich mehr trauen.“
Die zum Ende Juli hin vollzogene größere Personalrochade, wie auf faz-net am 29.7.2026 beschrieben (hinter Schranke), solle eine unruhige Phase in der CDU beenden. Nachdem die Wahl von Thorsten Frei zum Fraktionsvorsitzenden wie geplant verlaufen ist, habe Merz im Urlaub Zeit für seine Bücherliste, so Matthias Wyssuwa. Also auf ins „Sommerloch“, falls es das noch gibt. Wolfgang Herles nimmt sich derweil – auf Tichys Einblick vom 1.8.2026 – der Personalie Carsten Linnemann an. Vom CDU-Generalsekretär zum Gesundheitsminister, womit er als „Reservist“ für den Kanzler nicht mehr in Frage komme. Merz „… wird über kurz oder lang beide Ämter verlieren, vermutlich das des Parteivorsitzenden zuerst. … Nun spricht Linnemanns Gesicht Bände. Er ist zu klug, um nicht zu wissen, in was er geraten ist. Ein Ritter von der traurigen Gestalt.“
3. Spitz-findig-keit
Gedanken zu meiner Woche in Schmochtitz mit dem Link auf das Konzert von gestern Abend. In der #230 ist das letzte Jahr festgehalten.
Meine Eindrücke in vier Sätzen: Das Gut SChMOChTiTz, landschaftlich sehr schön gelegen, hat einfach Stil. Und wenn wir vor vor Ort sind, hat es auch einen klasse Chor. Den Instrumenten wird himmlische Musik entlockt, ein wahrer Ohrenschmaus geboten. Menschen mit Charme und Tiefgang freuen sich über das gemeinsam Erlebte, bis hin zum Tanz.





Widmung
Meinem Kollegen Axel Pflanz gewidmet, der heute gesund und munter seinen 77. Geburtstag feiert. Seine freundliche und ausgleichende Art, sein Kenntnisreichtum und sein phänomenales Gedächtnis, haben ihn für die Stadt Albstadt zu einem echten Aktivposten werden lassen. In den Dienst für die Allgemeinheit stellt er sich schon mehr als ein halbes Jahrhundert.
#PreppoKompakt
Mann/Frau glaubt kaum, wie wohltuend es ist, gemeinsam zu musizieren. Wieviel Freude beim kräftigen Einüben und den harten Proben vor dem Konzert aufkommt. Und wie gut man hinterher schläft.


