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Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder auch auf die Vergangenheit gemünzt sein. Spitz ist eine Aussage dann, wenn sie sticht, der betreffenden Person oder Personengruppe wehtut, spitze, wenn sie ausgezeichnet formuliert ist und im Idealfall zudem die Wahrheit abbildet. Fi/ündig, wenn der beschriebene Umstand nicht ganz offensichtlich, also erst zu ergründen ist. Und -keit lässt auf unterschiedliche menschliche Eigenheiten/-schaften schließen, wie beispielsweise Eitelkeit, Heiterkeit, Überheblichkeit oder, oder. Alles zusammengenommen eine echte Spitzfindigkeit. In unserer Kolumne ‚Spitz-findig-keit‘ zitieren wir in lockerer Folge jeweils zwei oder drei Aussagen und verschonen dabei auch nicht klassische Denkerinnen und Denker.
Um Denkanstöße zu geben, die Freude am Formulieren zu wecken – nichtzuletzt auch um dem Humor in unserer doch etwas trostloseren Zeit wieder mehr Geltung zu verschaffen. Erhöht das Wohlbefinden. Packen wir es an! Ich sage nicht, wir schaffen das. Aber wir probieren es auf jeden Fall!

Vorbemerkung
Es gibt nach Immanuel Kant auch eine falsche Spitzfindigkeit, die wir uns hier allerdings nicht zu eigen machen wollen. Wer dem dennoch nachgehen möchte – Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren – kann dies hier gerne tun.
Heute frischen wir dafür lieber unser Wissen zur Zeitumstellung auf, lernen etwas über das neue Altersvorsorgedepot hinzu und blicken auf aktuelle österreichische Erfahrungen mit E-Scootern.
1. Spitz-findig-keit
Eigentlich sollte das Problem mit den Uhren schon längst aus der Welt/Europa geschafft sein. Im März 2019 hatte das Parlament der Europäischen Union mehrheitlich beschlossen, die Zeitumstellung abzuschaffen.
Nun findet aber heute – dem letzten Sonntag im Oktober – wiederum die Umstellung der Sommer- auf die Winterzeit (gleich Normalzeit) statt. D.h. die Stundenzählung wird um eine Stunde von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt. ARD alpha hat sich bereits am 2.4.2026 des heiklen Themas angenommen und es umfassend in Wort und Bild aufgearbeitet (auch wir haben mehrfach berichtet, u.a. in der #85).
Und es sieht nicht danach aus, dass dies das letzte Mal sein wird. Von der Normalzeit wird es 2027 am letzten Sonntag im März wieder zur Sommerzeit gehen, d.h. die Stundenzählung wird um eine Stunde von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt. Es sei denn, es geschieht in Europa noch ein „parlamentar-bürokratisches“ Wunder.
2. Spitz-findig-keit
„Der andere Blick am Morgen“ der NZZ vom 21.10.2026 (hinter Schranke) titelt: „Deutschland soll zum Land der Investoren werden. Das Ende der irrationalen Angst vor Aktien ist überfällig.“
„Kern der Reform ist ein sogenanntes Altersvorsorgedepot. Bei diesem schiesst der Staat für jeden in einen ETF oder ein anderes zuvor festgelegtes Produkt investierten Euro 50 Cent zu. Die Förderung ist auf 540 Euro im Jahr begrenzt. Für Kinder gibt es eine weitere Zulage, für junge Erwachsene einen Bonus. Ergänzend hinzu kommt eine ‚Frühstartrente‘: Bei der zahlt der Staat für jedes Kind im Alter zwischen 6 und 18 Jahren 10 Euro pro Monat in ein eigenes Vorsorgedepot.“
Cornelius Welp goutiert dies und wünscht weiterhin viel Mut in Richtung dieses zukunftsfähigen Systems der Altersvorsorge. Man komme damit auch „… weg von der allzu weit verbreiteten Staatsgläubigkeit.“ Und weg von den Ängsten vor Aktiengeschäften. So mutiert der „Weltspartag“, der kommenden Freitag zum 100. Mal begangen wird, hoffentlich zum „Weltinvestitionstag“. Die Sparkassenorganisation spricht vom Aufbruch zum neuen Sparen, gibt Tipps gegen Börsenangst und bietet selbstverständlich einen ETF-Rechner an.
3. Spitz-findig-keit
Ein blutiges Thema wird im DerStandard vom 14.10.2026 aufgegriffen. Es handelt von Unfällen mit E-Scootern, zu denen bis dato laut Expertenmeinung ein riesiger Informations- und Aufklärungsbedarf besteht, wohl nicht nur in Österreich.
Dort sind in diesem Jahr bislang fünf Menschen – zuletzt in Wien ein 14-Jähriger – nach E-Scooter-Unfällen ums Leben gekommen, fast so viele wie im gesamten Vorjahr. „2025 wurden insgesamt sechs Menschen getötet und mehr als 10.000 Personen bei E-Scooter-Unfällen verletzt, teilte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Mittwoch mit. … Seit Beginn des E-Scooter-Booms im Jahr 2019 hat sich die Zahl der spitalsbehandelten Verletzten nach E-Scooter-Unfällen von 1.200 auf 10.200 Verletzte im Jahr 2025 fast verneunfacht“.
Die Forderungen des KFV in Sachen E-Scooter sind klar: Senkung der Bauartgeschwindigkeit von 25 auf 20 km/h, verpflichtend zwei voneinander unabhängige Bremsen (wie schon bei Fahrrädern und E-Bikes), Anhebung des Mindestalters der Fahrerinnen und Fahrer (derzeit neun Jahre mit Radfahrausweis, bzw. zwölf ohne) auf ein international übliches Niveau (bei uns in Deutschland sind es 14 Jahre), sowie eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die geltenden Regelungen.
„Damit das Unfallgeschehen reduziert werden könne, benötige Österreich auch eine qualitativ und quantitativ verbesserte Radinfrastruktur, zum Beispiel in Form von ausreichend breiten Radwegen, hieß es in der Aussendung weiter. Wichtig sei es, dass E-Scooter-Fahrende ihre Geschwindigkeit immer an die jeweilige Verkehrssituation anpassen – etwa bei der Annäherung an Kreuzungen oder in Fußgängerzonen.“
#PreppoKompakt
Auch wir haben uns auf dieser Seite dazu in über 20 Beiträgen die Finger wund geschrieben, siehe nur hier vom 23.8.2019 und hier am 9.12.2019: „Den E-Scooter holt die harte Wirklichkeit ein. Stück für Stück offenbaren sich immer klarer die bei nüchterner Betrachtung von Beginn an offenkundigen Mängel dieses unseligen Experiments.“ Damals schon offensichtlich, falls man auf einen gesunden Menschenverstand zugreifen konnte und ihn sich nicht bewußt vernebelte. Man kann es nicht anders bewerten, einfach bescheuert. Dahinter versteckt sich nach menschlichem Ermessen auch keine gerichtlich überprüfbare Falschaussage.


